Fritz Wallner,
technischer Bericht 1/2000

Solex-Vergaser beim

190 SL

 

Seit Jahren überhole ich die Solexvergaser selbst! Zum einen, um unabhängig zu sein, zum anderen gehört es zum Gesamtbild einer Spezialwerkstätte für 190 SL, dass man eine so wichtige Komponente selbst instandsetzt.

Zum Schluss der Abhandlung Vergaser möchte ich Euch hier eine kurze Info in Bild und Schrift darlegen, wie so eine Grundüberholung vor sich geht:

Als erstes werden die Vergaser komplett zerlegt, glasperlgestrahlt und das Gehäuse auf Risse und Bruchstellen überprüft. Die noch vorhandenen Messingbüchsen für die Drosselklappenwellen-Lagerung werden entfernt und mit einer Spezialreibale wird eine neue Grundbohrung gesetzt (Bild1). Die Lagerung wird am jeweiligen Ende des Vergaserkanals nochmals mit einem Fräser ca. 3 mm innen und außen abgesetzt (Aussparung für Dichtringe). Beschichtete Gleitlager werden in die Grundbohrung eingesetzt. Die Enden ragen etwas in den Kanal.

Paarweise werden die Flansche geplant und mit einem verstellbaren Drehstahl wird auf der Fräsmaschine der jeweilige Vergaserkanal so weit ausgedreht (4 - 8 Zehntel mm), bis der Kanal sauber ist (Bild2). Nach fertiger Bearbeitung werden die Vergaser gründlich gereinigt und die Bohrungen überprüft.

Mit einem Konstruktionskleber von Loctite werden in die Aussparungen Hochleitungsdichtringe eingesetzt (Bild3). Es ist eine Abweichung vom Original, aber ich habe gute Erfahrung damit gemacht. Die zweite Stufe erhält so auch eine Abdichtung und die mit Spezialfett gefüllte Kammer hinter dem Dichtring und vor dem Gleitlager hält die Welle optimal geschützt.
Nicht ratsam (so bei Kollegen gesehen) ist eine Abdichtung durch O-Ringe mit Einstich in der Welle. Diese O-Ringe halten nur kurze Zeit und das Falschluftproblem ist wieder da.

Der ausgedrehte Kanal wird genau vermessen und nach diesen Maßen werden auf den jeweiligen Adapter 13 oder 17 Grad die Drosselklappen gedreht (Bild4).
Jetzt geht es an den Zusammenbau. Neue Wellen werden montiert und die Klappen richtig positioniert.

Die Klappen müssen unbedingt, vor allem die zweite Stufe, gasdicht schließen. Hier ist Präzision angesagt (Bild6). Auch die Kaltstartklappe muss spielfrei und leichtgängig montiert werden.
Komplettes Schließen bei Betätigung ist wichtig, sonst gibt es Probleme beim Kaltstart. Die Stahlteile werden neu verzinkt und die Kugelköpfe an den Hebeln werden erneuert. Dafür habe ich mir eine eigene Nietvorrichtung gebaut.

Alle Dichtungen und Membranen werden erneuert. Kraftstoffniveau und die Einspritzmenge für die Beschleunigerpumpe wird neu eingestellt.
Ist alles fertig montiert, können sich die Schätzchen sehen lassen (Bild7).

Es grüßt Euch Euer Fritz

 



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